Restauration


Dorfkirche Granzin 2022

Im Laufe der Geschichte unseres Betriebes durften wir zahlreiche schöne und bedeutende Projekte begleiten. Eines davon war die Restaurierung der Friedrich-Friese-(I)-Orgel von 1831, die im Jahr 1941 durch Johann Heinrich Runge umgebaut und in die Kirche Granzin bei Boizenburg umgesetzt wurde.

Mit viel Herzblut, Leidenschaft und handwerklicher Sorgfalt widmeten wir uns diesem besonderen Instrument. Jedes Bauteil wurde eingehend untersucht, dokumentiert und unter größtmöglicher Berücksichtigung der historischen Substanz restauriert oder rekonstruiert.

Unser Ziel war es, die Orgel so nah wie möglich an ihrem ursprünglichen Charakter zu erhalten und dabei ihre Geschichte und Tradition zu bewahren.

Die einmanualige Orgel mit ihren acht Registern erstrahlt heute wieder in neuem Glanz und begeistert mit ihrem charaktervollen und beeindruckenden Klang.

 

Manual / C-c3, mechanische Schleiflade

Principal 8’

Gedackt 8’ Baß/Diskant

Gemshorn 8’ ab c1

Principal 4’ Baß/Diskant

Flöte 4’

Quinte 2 2/3’

Octav 2’

Quinte 1 1/3’

Pedal / C-e0, angehangen

 

 


Fertigstellung der Arbeiten


Grundlage, vorher

Hier zeigen wir Ihnen einige Bilder von der Restaurierung der Friese-(I)-Orgel in Granzin bei Boizenburg – genauer gesagt von der Windlade, dem Herzstück der Orgel.

In ihre Restaurierung sind viele Arbeitsstunden, Fachwissen und viel Herzblut geflossen.

Der erste Schritt bestand darin, die große Windlade aus massivem Eichenholz unbeschadet aus der Orgel auszubauen und sicher in unsere Werkstatt nach Rostock zu transportieren.

Anschließend wurden sämtliche Lederteile begutachtet. Verschmutztes, aber erhaltenswertes Leder wurde gründlich gereinigt, während stark verschlissene Bereiche vollständig erneuert wurden, um eine dauerhaft zuverlässige Funktion und Dichtigkeit zu gewährleisten.

Alle Risse im Holz wurden ausgespant, offene Kanzellenspunde neu verleimt und mit Leder abgedichtet. Rostige oder gebrochene Nägel, Schrauben und Drähte wurden aufgearbeitet, entrostet und bei Bedarf erneuert. Zudem wurde sämtliches vom Holzwurm geschädigte Holz fachgerecht ersetzt und neu verleimt.

Im nächsten Arbeitsschritt wurden die Kanzellen der Windlade traditionell mit Warm- bzw. Knochenleim ausgegossen. Dadurch konnten selbst kleinste Fugen und Spalten verschlossen werden, um Undichtigkeiten und sogenannte Durchstecher zu verhindern.

Danach wurden die Oberseite der Windlade sowie die Ventilfläche präzise abgerichtet. Nur so können die Ventile später plan aufliegen und die Schleifen leichtgängig und dicht arbeiten.

Anschließend wurden die Ventile sowie die Ventil- und Schleifenbahnen neu beledert. Die Ventile wurden angeschwänzt und eingeleimt, neue Ventilführungsstifte eingesetzt, die Pulpeten gereinigt und instand gesetzt und schließlich alle Bauteile sorgfältig wieder montiert.

Viele Arbeitsstunden später war das Herzstück der Orgel fertig restauriert und bereit für den Wiedereinbau in die Granziner Orgel.

Dort wird sie nun hoffentlich für viele Jahrzehnte zuverlässig ihren Dienst verrichten und mit ihrem charaktervollen Klang Gottesdienste, Konzerte und besondere Momente begleiten. 

 

Hinter einer Orgelrestaurierung steckt weit mehr, als man auf den ersten Blick vermutet: Das Pfeifenwerk wurde restauriert und rekonstruiert, vom Wurm befallene Holzteile behandelt oder erneuert, rostige und beschädigte Drähte, Schrauben sowie Nägel aufgearbeitet und Kondukten neu verlötet und traditionell mit Sisal- bzw. Hanffasern abgedichtet.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der zahlreichen Arbeiten, die zur Erhaltung dieses historischen Instruments notwendig waren.