Historische Tasteninstrumente

Johann-Gottfried Schmidt



                                                                                                         


Impressionen aus einem Spinettinobaukurs


Aktuelle Termine


Die Termine für die Instrumentenbaukurse 2020:

 

Schärding  (Oberösterreich):  11. - 18. Juli 2020 (Clavichord)

 

Rostock:  15. - 23. August 2020 (Clavichord)

                    10. - 18. Oktober 2020 (Portativ)

 

Ein Spinettinobaukurs wird es vorraussichtlich 2021 wieder geben.

 


Bei den nachfolgenden Musikfestivals bin ich auf den Instrumentenausstellungen vertreten. Hier können Sie Instrumente von mir anspielen bzw. ausprobieren

und sich über meine Instrumentenbaukurse informieren. 

 

Ich freue mich auf Ihren Besuch.

Wien Resonanzen "Die Zehn Gebote"

im Wiener Konzerthaus vom 18.01.-26.01.2020

 

Instrumentenausstellung  am 18. & 19.01.2020

Wiener Konzerthaus, Lothringerstraße 20, A-1030 Wien

 

Samstag 18.01.2020 ab 13:00 Uhr

Sonntag 19.01.2020 ab 10:00 Uhr


Aktuelle Projekte



zukünftige Projekte

Restaurierung der Wäldner-Orgel von 1873 als Schulorgel für den Christophorussaal der Christophorusschule Rostock

Die Schulorgel- eine Einführung von Herr von Busch

 

Warum eine Schulorgel am CJD Rostock?

 

Orgeln werden heute in der Regel als Kircheninstrumente wahrgenommen. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurden sie zunehmend auch in Schulen aufgestellt, was damit zusammenhängt, dass die Zielsetzung schulischen Lebens damals auch die Vorbereitung auf eine kirchliche Orientierung beinhaltete- Im Zuge der aufkommenden Romantik entstand ein neues volkskirchliches Bewusstsein und der Sonntagsgottesdienst gehörte zum gesellschaftlichen Leben selbstverständlich dazu. Diese Funktion geriet nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Ende der Allianz von Thron und Altar zunehmend in den Hintergrund. Nach 1945 gab es auf dem Gebiet der ehemaligen DDR fast gar keine Schulorgeln mehr, in Westdeutschland verschwanden die Instrumente ebenfalls nach und nach weitgehend.  Für eine Schule wie das CJD Rostock wäre es ein großer Gewinn, auch in der Hinsicht, dass es keine weitere Schule in diesem Bundesland mit einer Orgel gibt. Diese würde die Praxis der Andachten und Konzerte bereichern, den Schülern aber auch als Anschauungsmaterial in physikalischer und musikalischer Hinsicht und natürlich auch für das Erlernen des Orgelspiels und als Übeinstrument zur Verfügung stehen.  

 

Das Projekt: Rekonstruktion der Wäldner-Orgel aus der Dorfkirche in Zaschwitz bei Halle

 

Das Projekt enthält nicht irgendeine Orgel, sondern ein besonderes historisches Instrument. In der barocken Dorfkirche in Zaschwitz wurde 1873 eine Orgel mit sieben Registern auf einem Manual mit Pedal erbaut. Diese versah etwa 90 Jahre lang ihren Dienst. In den 1970er Jahren wurde die Kirche leider aufgegeben, die Reste der Orgel wurden anschließend von verschiedenen Bastlern erworben. Ein spielbares Instrument entstand dabei nicht. Nun hat der Rostocker Orgelbauer Johann Gottfried Schmidt alle noch erhaltenen Teile erworben und bietet dem CJD an, die alte Orgel zu rekonstruieren und im Christophorussaal der Schule aufzustellen. 

 

Der Wert der neuen alten Orgel aus Zaschwitz

 

Historische Orgeln sind immer etwas Besonderes, weil jede Orgel ein Einzelstück ist. Sie erzählen von ihrer Zeit und dem damals herrschenden musikalischen Geschmack. Das CJD Rostock hätte ein besonderes Instrument eines Orgelbauers, von dem es in MV kein weiteres gibt. Die bisher nördlichste Orgel des Erbauers steht heute in Templin. Die Orgel kann man zahlensymbolisch auch gut auf Rostock sowie auf die christliche Symbolsprache beziehen: Sie hat sieben Register, repräsentiert also die „Rostocker Sieben“ (mit dem einen Pedalregister als herausragendem tiefen Register wird 

sogar den Proportionen der sieben Rathaustürmchen entsprochen), außerdem hat sie im Manual einen pyramidalen Registeraufbau: Drei Register in Achtfußtonlage, zwei in Vierfußtonlage und eines in Zweifußtonlage. 

 

Die Disposition: 

 

Manual: Principal 8‘ Gedackt 8‘ Flauto traverso 8‘ Principal 4‘ Hohlflöte 4‘ Octave 2‘ 

Pedal: Subbass 16‘

 

Der Erbauer August Ferdinand Wäldner 

 

August Ferdinand Wäldner (1817 – 1905) wuchs in der Firma seines Vaters Friedrich Wilhelm Wäldner in Halle (Saale) auf und war dadurch von Kindesbeinen an mit dem Orgelbauerhandwerk vertraut. Etwa ab 1834 arbeitete er beim Vater mit und übernahm die Firma schrittweise um 1850. Er baute insgesamt etwa 52 Orgeln. Die größte und berühmteste steht noch heute im Dom zu Halle. Seine Orgeln repräsentieren den hochromantischen Orgelbaustil, ähnlich den von den Kollegen Friedrich Ladegast im Schweriner Dom oder Friedrich Friese in zahlreichen mecklenburgischen Kirchen erbauten Orgeln. In Hannover lebt heute der Ururenkel Dr. Alexander Wäldner. Er ist Historiker und nimmt interessiert Anteil an unserem Vorhaben. 

 

Die Finanzierung mit Pfeifenpatenschaften 

 

Die Orgel wird insgesamt etwa 80.000 Euro kosten. Das ist für ein Instrument dieser Größe angemessen, wobei der historische Wert an sich nicht zu ermessen ist und den Wert der Orgel über diese Summe hinaus erhöht. Es ist daran gedacht, einen Großteil der Kosten über „Pfeifenpatenschaften“ aufzubringen. Das heißt, dass man für einen bestimmten Preis symbolisch eine Pfeife „erwerben“ kann, diese wird dann mit dem Namen des Spenders versehen, womit dieser sozusagen „verewigt“ mit der Orgel zusammen eine künstlerische Einheit bildet. Natürlich sind die größeren Pfeifen teurer als die kleineren. Damit bietet sich ein großes Spektrum je nach Spendenbereitschaft. In die Summe der 332 ausgeschriebenen Pfeifenpatenschaften sind die Gesamtkosten der Orgel eingerechnet.  Die Präsentation des Pfeifenbestandes enthält sichtbar die ausgeschriebenen Patenschaften gestaffelt nach Preisgruppen. Links sind die sieben Register zu sehen, oben die maximal 54 Töne. Die Größe der Pfeifen nimmt von links nach rechts ab, so dass links die teuersten Pfeifen zu finden sind. Die 32 Pfeifen, die sichtbar in der Front der Orgel positioniert sind, sind mit einem „P“ gekennzeichnet, sie bilden das Aushängeschild der Orgel. Zwei Register enthalten weniger als 54 Pfeifen, die dort nicht vorhandenen Töne sind mit einem „X“ gesperrt. Die Darstellung wird laufend aktualisiert, so dass zu sehen ist, welche Pfeifen aktuell noch zu haben sind und welche schon „verkauft“ sind. 

 

Die Einweihung der Orgel ist für den 30. Geburtstag des CJD Rostock im Herbst 2021 vorgesehen. 



Wir sind Förderer der Veranstaltungsreihe

"Orgelspiele Mecklenburg-Vorpommern"